Das instant Hügelbeet

No-dig-gardening heißt soviel wie nicht-(um)grab-gärtnern und damit ist auch gleich das Wesentlichste gesagt. Man muß nicht graben. Was man tut ist ca. 10cm dicke Schichten von organischem Material wie Stroh, Heu, Laub usw. mit einer ebenso dicken Schicht Erde zu bedecken. Darauf folgt wieder eine Schicht organisches Material und wieder Erde und weil es so fein ist macht man das Ganze nocheinmal. 3 x 3.
Jede der Schichten wird gut gewässert und zu guter Letzt wird das so entstandene Hügelbeet gemulcht.
Wird ein Beet dieser Art auf der Erde gemacht kommt zu unterst eine 2-3 lagige Schicht aus gut gewässertem unbedruckten Karton.
In diesem Beitrag aber will ich darauf hinweisen, daß eine Beetkonstruktion dieser Art auch auf versiegelten Flächen möglich ist und ausgezeichnet funktioniert. Hier im Bild wurde das Beet auf einer alten Betonplatte, einem ehemaligen Mistplatz aufgebaut.

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Das selbe Beet ein paar Stunden später 😉
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Die Methode hat gleich mehrere Vorteile:

  1. Der Beton fungiert als Wärmespeicher
  2. es ist äußerst pflegeleicht
  3. die versiegelte Fläche wird „entsiegelt“
  4. es gibt jede Menge zu essen.

Anstatt also versiegelte Flächen rückzubauen um an deren Stelle Beete anzulegen, was schwerste körperliche Arbeit ist und jede Menge Transport bedingt kann das Beet einfach auf der Fläche angelegt werden. Und hat zusätzlich den Vorteil des Wärmespeichers.
Das Wachstum der Pflanzen ist außerordentlich gut!
Die Konstruktion speichert Wasser an sich schon sehr gut und hat zusätzlich noch einen Bewässerungsschlauch eingearbeitet. Die dicke Mulchschicht bewahrt vor Austrocknung und läßt kaum Beikreuter aufkommen. Kommen sie trotzdem sind sie ganz leicht auszureißen und werden dem Mulch hinzugefügt.
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Für Regenwürmer ist ein Beet dieser Art ein Paradies und es haben sich in kürzester Zeit Ohrenschlürfer, diverse Spinnen und Erdkröten eingefunden.
Kurzum: Ein Beet dieser Art ist eine gute Sache!

Das Feld

Das Leben von Masanobu Fukuoka hat Emilia Hazelip in ihrem gärtnerischen Tun inspiriert und beiden gemeinsam ist es zu verdanken, daß heuer auf den systains – Latifundien das Leben sprießt und gedeiht.

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Auch wenn es auf den ersten Blick nicht nach allzu viel aussieht grenzt es dennoch an ein Wunder. Weil, das heurige Jahr bescherte Spätfrost, 3 x Hagel, eine recht beeindruckende Überschwemmung und Schneckeninvasionen mit einhergehender anhaltender Trockenheit. Trockenheit die so trocken ist, daß das Gras verbrannte (etwas für das Waldviertel unübliches) und der nackten Erde Risse bescherte das man glauben könnte in Afrika zu sein. Oder im Marchfeld.
Die Umstände summiert ergeben das Wunder.

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Für das erste Jahr ist das Experiment trotzdem ein Erfolg denn: Das Feld nährt bereits mehr als eine Person.

Nackte Erde ist des Wassers Tod
Die Mulchschicht spendet Leben. Trotz der sengenden Hitze blieb die Erde unter der Mulchschicht recht lange feucht, verhärtet ist sie nach wie vor nicht. Und das nach 6 Wochen himmlischer Glut ohne nennenswerten Regen. Das ist sehr beeindruckend zu erleben! Weiters beeindruckt die Fauna des Feldes – beim nächtlichen Schneckenklauben sind sich mondende Regenwürmer, Ohrschlürfer, Erdkröten, Frösche, Grillen und Spinnen zu beobachten. Und zwar in großer Zahl! Es hat sich ein Habitat gebildet, ein erfreulicher Mikrokosmos. Und die Nacktschnecken gaben Anlaß zur Entwicklung meditativer Gleichmut.
Die Wildpflanzen, vulgo Unkraut blieben weitgehend aus, im Vorjahr war um diese Zeit das Feld bereits wieder Wiese und die Jungpflanzen waren den „Kräutleins“ hoffnungslos unterlegen. Heuer ist ein beiläufiges Zupfen ausreichend wodurch das Kraut zeitgleich zum Mulch wird und den Kreislauf festigt. Sichtlich lebt es sich gut auf dem Feld.

Das ist der Zeitpunkt um Emilia, in entzückend spanisch / französischem Englisch, erzählen zu lassen:

Im Unterschied zu Emilias Anleitung wurde die Kartonschicht bis auf die Wege wieder entfernt. Zwar war sie zu Beginn angebracht worden, bewährt aber hat sie sich aber nicht. D.h. bewährt hat sie sich schon: Für die Nacktschnecken. Nachdem dieses Refugium entdeckt und entfernt war konnte die spanische Invasion eingedämmt werden. Ohne den Karton hat nun auch die Direktsaat erfreulich gut zu wachsen begonnen: Karotten, rote Rüben, Borretsch, Ringelblumen, Radieschen … wachsen, daß es eine Freude ist.
Das ist soweit der Status.

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